Vom Wilden Westen nach New York

Für Dirigent Aaron Solberg war es die erste Jahresfeier mit dem Haltinger Musikverein. Foto: Sedlak

Haltinger Musikverein gestaltet seine Jahresfeier als Reise durch das Land der unbegrenzten Möglichkeiten und erntet viel Applaus.

WEIL AM RHEIN-HALTINGEN. Bei der Jahresfeier des Musikvereins Haltingen war die Stimmung ausgezeichnet und die Begeisterung groß. Denn mit großer Spielfreude entführte das Orchester das Publikum akustisch nach Amerika, in das Heimatland seines neuen Dirigenten Aaron Solberg. In der nahezu vollbesetzten Festhalle erlebten die Besucher einen kurzeiligen und vielfältigen Abend mit amerikanischer Musik, die in Europa weniger bekannt ist.

Ehe das Konzert begann, galt der besondere Dank des Vorsitzenden Jürgen Wehrle Gabriele Lang für die "wunderschön dekorierte Festhalle". Den Auftakt machte dann aber das Jugendorchester, ebenfalls unter der Leitung des US-Amerikaners. Eindrucksvoll und routiniert bewiesen die Mädchen und Jungen mit Disco Frisco, Asia Rock und American Folk, das Solberg selbst arrangierte, die erfolgreiche Jugendarbeit des Musikvereins. Als Zugabe entführten sie das Publikum mit "Out West" in den Wilden Westen.

Dirigent Aaron Solberg stellt musikalisch seine Heimat vor
Das Hauptorchester ließ danach unter der neuen musikalischen Leitung von Aaron Solberg bei seinem Jahreskonzert, das ganz im Zeichen von "Sounds of America" stand, eine weitere musikalische Entwicklung erkennen. Gleich mit ihrem ersten Stück "An American Fanfare" von Rick Kirby zog es die Zuhörer dynamisch, kraftvoll und mitreißend von der ersten Sekunde an in seinen Bann. Dabei entführte es anschließend in die Blue Ridge Mountains, eine Gebirgskette im Osten der USA, deren Schönheit der Komponist James Swearingen mit seiner "Blue Ridge Saga" nachzuahmen versucht hatte. Die Haltinger Musiker setzten den Ritt durch die Berge stimmungsvoll um, wobei Klarinetten und Flöten besondere Akzente setzten.

Mit den "American Colors" von Samuel Platt folgte eine europäische Premiere. Denn der Komponist ist in Europa völlig unbekannt. In dem Stück, das Solberg mit den Haltinger Musikern ausgesucht hatte, beschreibt Platt die vielen Farbnuancen in den Landschaften der USA und nutzte dafür auch Elemente aus der klassischen und der spanischen Musik. Stark gefordert war dabei das Trompetenregister der Haltinger Musiker.
Im temperamentvollen Gospelmedley "Spiritual Moments" vereinte Komponist Dizzi Stratford bekannte Spirituals zu einem poppigen Blasmusikarrangement. Die Zuhörer erkannten rasch die bekannten Melodien wie "Go down Moses", "Deep River" oder "Kumbayah", die viel dazu beigetragen haben, die amerikanische Folkmusic erst richtig populär zu machen.

Spirituals und Folkmusic, Jazz und Evergreens
Natürlich durfte auch eine Tour durch den Wilden Westen nicht fehlen: Im mitreißenden Stück "The Wild Westerns" vereinte Michael Story drei Filmmusiken aus den Kinostreifen "Die glorreichen Sieben", "Wie der Westen gewonnen wurde" und "Silverado", die in der Haltinger Festhalle bei den Zuhörern zahlreiche Erinnerungen wach werden ließen.

Danach wechselte das Orchester in die Welt des Jazz und präsentierte drei typische Beispiele aus ganz verschiedenen Epochen. "Alexanders Ragtime Band" stammt aus dem Jahr 1911, die "Moonlight Serenade" von Glenn Miller entstand 1939 und "Take Five" von Dave Brubeck wurde 1959 zu einem großen Hit. Alle drei Stücke verlangten in ihrer Unterschiedlichkeit den Musikern und dem Publikum höchste Konzentration ab, am Ende zeigte aber der Applaus, dass die Darbietung gelungen war. Und das darf man auch von dem folgenden Titel behaupten, mit dem Dirigent Solberg an seine eigene Herkunft aus Brooklyn erinnerte: "New York, New York", das gleichsam die Hymne der amerikanischen Weltstadt ist und mit dem der Sänger Frank Sinatra untrennbar verbunden ist, spielte das Orchester stimmig, leidenschaftlich und als Höhepunkt des Konzertprogramms. Danach war "Cowboy Christmas", das weihnachtliche Stimmung in einer einsamen Hütte in den Bergen verbreitete und zu dem die Musiker Nikolausmützen aufsetzten, eigentlich als Schlusspunkt gedacht. Doch das Publikum hatte noch nicht genug und erklatschte sich mit langem, überwältigendem Applaus noch die Zugaben "Big Spender", das Shirley Bassey weltberühmt machte, und – wie anders – "White Christmas".

Man merkte den Musikern und dem Dirigenten an, dass ihnen der Abend riesigen Spaß machte. Und diesen Spaß teilten offenbar auch die Zuhörer, die anschließend viel Lob spendeten. Ein großes Lob gebührte aber auch dem Moderatorenteam Sarah Klein und Elisa Wade, die durchs Programm führten und Wissenswertes zu den Stücken einflochten.

Die Qual der Wahl hatten die Gäste übrigens beim Essen. Denn neben klassischer heimische Kost gab’s auch typisch amerikanische Küche mit Cowboy Chili-Bohnen, Ham- oder Cheese-Sandwiches oder American Cheese Cake.

Haltinger Musiker voller Dynamik

Der Haltinger Musikverein mit seinem Dirigenten Aaron Solberg präsentierte sich beim Jahreskonzert von seiner besten Seite. Foto: sc

Weil am Rhein -Haltingen (sc).

Mit einem beeindruckenden, stimmigen Jahreskonzert entführte der Musikverein Haltingen am Samstagabend die Besucher in das Land der unbegrenzten Möglichkeiten – nach Amerika. Aaron Solberg, seit Juni neuer musikalischer Leiter, hat seine Wurzeln in den USA. Da lag es nahe, die musikalische Vielfalt der USA in das Jahreskonzert zu integrieren. Die Auswahl der Musikstücke, die überzeugende Leistung der Musiker und das stimmungsvolle Ambiente machten den Abend zu einem Genuss.

Jürgen Wehrle, Vorsitzender des Musikvereins Haltingen, begrüßte unter den Besuchern auch Ortsvorsteher Michael Gleßner, Stadtrat und Gesangsvereinsvorsitzender Gustav Walliser sowie den Vorsitzenden des Kulturrings, Ferdinand Corsten, und Abordnungen befreundeter Vereine. Sein Dank galt dem Gesangverein Haltingen, der die Bewirtung an diesem Abend übernommen hatte.

Bereits im Foyer wurden die Gäste mit Fahnen und Plakaten auf „die neue Welt“ eingestimmt. Im Saal fanden sich Servietten, Fähnchen in den Farben Amerikas. Und auf den Tischen waren Becher mit Popcorn bereitgestellt. Gabi Lang, die für die Dekoration zuständig war, hatte mit ihren Ideen den Nagel auf den Kopf getroffen. Durch das Programm führten Sarah Klein und Elisa Wade.

Das Jugendorchester eröffnete den Abend unter anderem mit „American Folk“ und „Asia Rock“, wofür der musikalische Nachwuchs viel Applaus bekam. Nicht ohne Zugabe konnten sich die Nachwuchsmusiker verabschieden.

Dynamisch und energiegeladen präsentierte sich das Aktivorchester unter der Leitung von Aaron Solberg mit „An American Fanfare“, die den Pioniergeist der Einwanderer spüren ließ. „Blue Ridge Sage“ beschreibt musikalisch die Schönheit und Geschichte der „Blue Ridge Mountain“ im Osten der USA. Ruhige Passagen, die die Weite und Stille der Bergwelt erahnen ließen, wechselten mit temperamentvollen Tönen, voller Leben, als wären sie eine Aufforderung zum Tanz. Das Stück ließ das herrliche Panorama dieser Bergwelt vor dem geistigen Auge erscheinen.

Die Farben Amerikas spiegelten sich in „American Colors“, einem Musikstück, das die unterschiedlichsten Musikstile miteinander verband und gleichsam Ausdruck des ethnischen Schmelztiegels der USA war. Hier war das Trompetenregister in besonderer Weise gefordert. Hoffnung, Glaube, die Sehnsucht nach Erlösung – mit „Spiritual Moments“, einem rockigen Arrangement, verschiedener Spirituals begeisterten die Musiker ein weiteres Mal.

Mit „The Wild Westerns“, Sequenzen bekannter Filmmusiken, luden die Musiker ihr Publikum auf eine spannende, mitreißende Reise durch bekannte Westernfilme ein. Jazz, Big-Band-Sound und Ragtime mit einem Jazz- Medley sowie dem bekannten Song „New York New York“ hatte Aaron Solberg bei der Auswahl der Stücke einen Volltreffer gelandet. Den Musikern war die Begeisterung beim Spielen der neuen Stücke anzusehen, und der Funke sprühte von Anfang an zum Publikum über, das den ganzen Abend kräftig applaudierte.

In Berghütten führte „Cowboy Christmas“. Hier trugen die Musiker zur Überraschung der Gäste allesamt rote Zipfelmützen, während der Dirigent seinen Part mit Cowboy-Hut spielte. Ein witziges Konzertende, wie die Gäste belustigt bemerkten. Mit viel Applaus erwirkten die Besucher Zugaben. „Hey big Spender“ und „White Christmas“ wurde gespielt, bevor Aaron Solberg allen „Merry Christmas and a Happy New Year“ wünschte.

Mit einer großzügigen Tombola, an der Bar und im Saal klang der schöne Abend aus.

Große Zuhörerschar bei Musik unter freiem Himmel

Viel Beifall erntete auch das Aktivorchester, das ein vielseitiges Repertoire bot. Foto: Weiler Zeitung

Von Renate Wendt

Weil am Rhein-Haltingen. Für den Haltinger Musikverein ist es zu einer langjährigen Tradition geworden, die letzte Probe vor der Sommerpause ins Freie zu verlegen, um der Öffentlichkeit ein unterhaltsames Platzkonzert zu bieten. Wie groß mittlerweile der Kreis der Anhänger ist, zeigte sich einmal mehr an der großen Zuhörerschar, die am Dienstagabend zu dem Platz gegenüber dem Haltinger Rathaus gekommen war.

Erfolgreiche Premiere für neuen Dirigent Solberg

Seine erfolgreiche Premiere hatte dabei der neue Dirigent des Blasorchesters, Aaron Solberg, der bei dem mit viel Beifall aufgenommenen Openair-Konzert sowohl das Jugend- als auch das Aktivorchester dirigierte.

Entgegen dem bisherigen Brauch spielte das Jugendorchester diesmal nicht auf einem Spielplatz der Gemeinde, sondern an gleicher Stelle wie die Großen. Dort befanden sich auch einige Bänke sowie angesichts der sommerlichen Temperaturen zur Erfrischung für Publikum und Aktive Getränke.

Jugendorchester eröffnete das Konzert

Zum Auftakt spielte das aus rund 20 Nachwuchsmusikern bestehende Jugendorchester, das sein Publikum mit einem perfekt einstudierten Musikprogramm erfreute. So gab es unter anderem viel Applaus für das Musikstück „Happy“, die Filmmusik aus „Game of Thrones“, den Evergreen „Down by the Riverside“ oder von Deep Purple den bekannten Hit „Smoke on the Water“.

Danach wurden die Stühle getauscht für die Musiker des Aktivorchesters, das mit einem Querschnitt aus seinem vielseitigen Repertoire begeisterte. Das Spektrum reichte von modernen Rhythmen über Märsche bis hin zu bekannten Blues-Melodien.

Mit „Arsenal“ eröffnete das Aktivorchester dann sein Openair-Konzert. Zwischenzeitlich waren noch mehr Zuhörer zu dem Platz gekommen, um das Konzert zu genießen. Dazu gehörten etwa die Melodie „Can’t take my Eyes off You“ sowie ein Blues oder ein Medley von Deep Purple. Angeregt zum Mitklatschen wurde das Publikum auch durch traditionelle Blasmusik, wie der „Deutschmeister Regimentsmarsch“.

Ehemaliger Dirigent übernahm den Taktstock

Einen Abstecher zum Konzert machte während der Vortragsreihe des Aktivorchesters auch der ehemalige Dirigent Kai Trimpin, der für die moderne Version von Bachs „Toccata und Fuge“ selbst noch einmal den Taktstock in die Hand nahm.

Musikvereinsvorsitzender Jürgen Wehrle und sein Stellvertreter Dennis Moser dankten Trimpin für seine zehnjährige engagierte Tätigkeit als Dirigent mit einem Präsent. Trimpin wird jedoch dem Musikverein als Ausbilder für das Instrument Trompete erhalten bleiben.

Abschließend bedankte sich Vorsitzender Wehrle bei allen Akteuren um den neuen Dirigenten Solberg, der seit Mitte Juni die Leitung von Aktiv- und Jugendorchester übernommen hat. So bestand zum Schluss des Konzertes auch die Gelegenheit, mit dem aus den USA stammenden Dirigenten und studierten Musiker ins Gespräch zu kommen. Und wie Solberg verriet, verstehe er auch Alemannisch.

Schöne Stunden im Herzen Haltingens

Immer im Mittelpunkt: Haltingen / Foto: Hannes Lauber

Zweitägiges Straßenfest zur 1250-Jahr-Feier ist ein voller Erfolg.

WEIL AM RHEIN-HALTINGEN. Lob von allen Seiten gab es am Samstag und Sonntag für das Fest anlässlich der 1250-Jahr-Feier von Haltingen. Denn was vielen Straßenfesten inzwischen fehlt, nämlich Festwirtschaften in lauschigen Winkeln und alten Anwesen, das konnte die Haltinger Jubelfeier zur Freude vieler Besucher vorweisen. Wenig verwunderlich war es daher, dass mancher Gast wissen wollte, wann es eine Neuauflage geben würde. Doch Ortsvorsteher Gleßner winkte ab: Dieser Aufwand sei nur für besondere Anlässe wie ein Ortsjubiläum zu leisten.

Jedenfalls hat sich der Aufwand gelohnt, das kann man mit Fug und Recht behaupten. Schon bei der Festeröffnung am Samstag dankte Gustav Walliser deshalb dem Ortsvorsteher und dem Festkomitee, die Enormes geleistet hätten. Gleßner hatte zuvor die Besucher begrüßt und besonders OB Dietz, den Abgeordneten Stickelberger und den Bad Bellinger Bürgermeister Hoffmann hervorgehoben. Danach hieß es ausschwärmen und das Fest genießen. Und das taten, je mehr es gegen Abend ging, immer mehr Menschen, so dass die Festwirte schon bald in die ersten Engpässe kamen. Noch ehe es dunkel wurde, gingen etwa das Schaschlik aus, bei den Landfrauen wurde sogar der Wurstsalat knapp und am Sonntag lieferte Metzger Hagin seine letzten Fleischreserven aus, die er am Samstag noch kurzfristig aufgestockt hatte.

Die Festbesucher sprachen aber nicht nur den Festküchen zu, sondern genossen es, mit Winkeln im Herzen Haltingens Bekanntschaft zu machen, die sie sonst noch nicht gesehen hatten: den schönen Innenhof des Weinguts Hagin etwa, wo die Sänger ihr Domizil hatten, oder das weitläufige Areal Hütter, wo die Landfrauen wirteten. Viel Zuspruch fand außerdem Ulrich Wössners Angebot, sein altes Haus aus dem 16. Jahrhundert zu besichtigen. Und dasselbe galt für die Ausstellung mit alten Ansichten von Haltingen im evangelischen Gemeindehaus.

Longdrink aus dem Einkaufswagen / Foto: Hannes Lauber

Kurzum: Die Haltinger und die Besucher von auswärts erlebten auf dem Festgelände zwischen Rathaus und Alter Schule zwei angenehme und harmonische Tage, die noch dazu vom Wetter verwöhnt wurden. Was will man mehr.

 

Im Hof des Anwesens Hütter: Da möchte man doch am liebsten sitzenbleiben und gar nicht mehr aufstehen. / Foto: Hannes Lauber

Foto: Hannes Lauber