Wenn’s am Rheinufer so richtig rockt

WIE WAR’S BEI... Rock am Rhy? Abtanzen zwischen Palmen und blühendem Oleander / Mit viel Liebe zum Detail wurde das Yachthafenareal hergerichtet.

von Norbert Sedlak

Feiern bis in die Nacht – bei Rock am Rhy war das am Freitag und Samstag möglich. Jeweils mehr als eintausend Besucher kamen zum Festival ans Rheinufer. Foto: Sesiani

WEIL AM RHEIN. Ein Sommer ohne das Open-Air-Festival Rock am Rhy wäre wie der Rhein ohne Wasser – also ziemlich trocken und öde. Die bereits in der fünften Auflage stattfindende Veranstaltung lockte mehr als tausend Besucher auf das Gelände des Yachtclubs in der Alten Straße. Das Wetter spielte einmal mehr mit und verwöhnte die Gäste mit hochsommerlichen Temperaturen. Bei ausgelassener Partystimmung amüsierte sich das Publikum bis weit nach Mitternacht.

Die Besucher:

Mittlerweile hat das Open-Air-Konzert sein Stammpublikum, man kennt sich, sitzt zu zweit oder in Gruppen zusammen und feiert miteinander. Dennoch gab es auch viele neue Gesichter, freute sich Organisator Kai Trimpin. Der Freitag war eine gute Adresse für Musikfans des gehobenen Mittelalters. Die unter 30-jährigen Besucher waren dabei die echten Ausnahmen. Viele loben das Rockkonzert mit dem einmaligen Ambiente am Rhein. Unter den Gästen war auch Rheinfeldens Oberbürgermeister Klaus Eberhardt. Die Wasserfreunde aus Grenzach sowie aus Breisach ließen sich das Event ebenfalls nicht entgehen und legten mit ihren Booten direkt am Yachthafen an.

Die Organisatoren (von links) Heinz Dufner, Jürgen Sütterlin, Kai Trimpin, Patricia Pfefferle, Dennis Moser und Andreas Vierthaler Foto: Norbert Sedlak

Das Musikprogramm:

Die Überraschung war zweifellos der Auftritt der italienischen Band "Wild Expressos" vom Gardasee. Mit einer originellen und abwechslungsreichen Mischung sowie teilweise eigenwillig interpretierten Rockklassikern und Welthits verstand es die Gruppe, den Liedern ihren eigenen Stempel aufzudrücken und durch stilistische Vielfalt und gutes Timing den Spannungsbogen aufrecht zu erhalten. Die Italiener haben an diesem Samstagabend sicherlich viele neue Freunde gewonnen. Beim Auftritt der Morenas, weit nach 22 Uhr, herrschte bereits richtige Partystimmung. Souverän hielt die Kultband, die sich bereits in den 70er Jahren gründete, die gute Stimmung bis weit nach Mitternacht am Köcheln. Am Freitag eröffnete die fünfköpfige Blues und Rockband Shed 67 das Open-Air-Festival. Die Band gab ihr Bestes, um das Publikum zum Näherkommen und Tanzen zu animieren, aber die meisten wollten scheinbar lieber gemütlich der Musik lauschen. Bei den Temperaturen war es einfach noch zu heiß zum richtig Abrocken.

Ein echtes Heimspiel hatten die Soul Sisters – bereits zum vierten Mal begeisterten sie beim Rock am Rhy-Festival das Publikum. Organisator Kai Trimpin ließ es sich wiederum nicht nehmen und unterstützte die Band am Keyboard. Mit den Ohrwürmern wie "Oye como va”,"Sweet home Alabama”, "With A Little Help From My Friends” und "Black Magic Woman” traf die Gruppe den Geschmack des Publikums. Beim Beatles-Hit "Hey Jude" sprang der Funke vollends über, und alle sangen kräftig mit. Dank etwas kühleren Temperaturen und der Abenddämmerung versammelten sich die Bewegungswilligen vor der Bühne und tanzen, schwoften, feierten und bewegten sich im Rhythmus der Musik.

Abtanzen – Die Musik der Bands ließ kaum jemand sitzen. Foto: Norbert Sedlak

Das Rahmenprogramm:

Dem Publikum wurde beim Festival wieder einiges geboten. Zu dem Erfolgsrezept des Festivals zählt sicher auch das einmalige Ambiente. Mit viel Liebe wird das Yachthafenareal hergerichtet. Palmen und blühende Oleander verschönerten das ohnehin schon idyllische Plätzchen am Rhein. Es war für alles bestens gesorgt. Mehrere Stände boten eine große Auswahl unterschiedlicher Getränke an: Vom Bierbrunnen bis zur Wein- und Sektbar, dazu die Strandbar mit alkoholischen und nichtalkoholischen Cocktails. Für Hungrige sorgte der Grillstand der Metzgerei Lederer mit Grillwürsten, Steaks und Pommes frites für rasche Abhilfe. Für eine süße Abkühlung sorgte das Bauernhofeis vom Seebodenhof.

Die Stimmung:

Das Festivalgelände hat einen besonderen Charme. Wo kann man sonst am Rhein sitzen, Natur pur mit einem grandiosen Sonnenuntergang erleben, die Gänsemutter mit ihrem Nachwuchs beobachten, sowie einem attraktiven Musikangebot aus längst vergangenen Tagen lauschen und sich an einer einmalige Abendstimmung mit vorbeifahrenden Passagier- und Frachtschiffen erfreuen? In entspannter und familiärer Atmosphäre genossen die Gäste an beiden Abenden die Live Music der vier Rockbands. Leider waren die Feuerwerke von Hüningen und in St. Louis diesmal nicht direkt gegenüber vom Festgelände, so dass sie nur aus großer Entfernung gesehen werden konnten.

Was sagen die Veranstalter:

"Die Stimmung war von Anfang bis Ende entspannt, und auch die Bands haben toll gespielt", resümierte Kai Trimpin, der das Rockfestival zusammen mit dem Musikverein Haltingen ins Leben gerufen hatte. So wurde das Wochenende für alle Teilnehmer zu einem unvergesslichen Erlebnis. Auch der Shuttle-Bus – das Busunternehmen Renk sprang kurzfristig ein – wurde gut angenommen, da gebe es aber Verbesserungsmöglichkeiten, die Abfahrtsorte und -zeiten wurden nur im Internet veröffentlicht, das müsste verbessert werden. "Für unsere Veranstaltung haben wir im Kandertal, Rebland sowie in der deutschsprachigen Schweiz geworben", so Trimpin, der hofft, dass die Werbung in der Stadt noch intensiver wird.

Trotz der vielen Konkurrenzveranstaltungen war Trimpin mit dem Besuch der Veranstaltungen zufrieden: "An den beiden Abenden kamen wieder mehr als 1000 Gäste". Im ersten Jahr 2014 waren es mehrere Hundert, 2016 wurde die 1000er-Marke geknackt, und zum vergangenen Jahr gab es nochmals eine Steigerung, freute sich Trimpin. Auch für Patricia Pfefferle, Vorsitzende der Stadtmusik war es eine gelungene Veranstaltung. "Alle Helfer haben an einem Strang gezogen, wir werden im kommenden Jahr wieder dabei sein."

Die DLRG wachte entspannt über die Sicherheit der Gäste. Foto: Norbert Sedlak